715_2013_12 Kunstlabor Sierra DTH322

Alle gegen Xaver – Eindrücke vom 11. Kunstlabor zur SANTIAGO SIERRA-Ausstellung

Im Dezember 2013 fand das 11. Kunstlabor statt – das Format in Kooperation mit dem Westwerk geht ins vierte Jahr. Scheinbar einfach ist das Konzept, nämlich Kindern und Jugendlichen einen künstlerischen Freiraum zu gewähren und ihre Positionen zur zeitgenössischen Kunst ernst zu nehmen und einen gebührenden (Ausstellungs-) Rahmen zu geben. Dennoch sind die Möglichkeiten künstlerischer Freiräume im Schulalltag rar gesät. Das Kunstlabor bietet Jugendlichen aus unterschiedlichen Hamburger Schulen und Schulformen die Möglichkeit, an diesem Projekt teilzunehmen. Die prozessorientierte, den individuellen, spielerischen Zugang zur Kunst fördernde Arbeitsweise, künstlerisch begleitet von den beiden Westwerk-Mitgliedern Sabine Flunker und André Lützen, ist mittlerweile Vorbild für viele kunstvermittelnde Projekte der Deichtorhallen.

Zum Abschluss des Kunstlabors werden die Arbeitsräume in einen Ausstellungsraum verwandelt und einem interessierten Publikum zugänglich gemacht. Die jugendlichen KünstlerInnen erläutern ihren Arbeitsansatz und führen Besucher durch ihre Ausstellung. Mit den Deichtorhallen lernen sie einerseits eine etablierte, international renommierte Ausstellungshalle kennen und mit dem Westwerk andererseits einen alternativen Kunstort. Der Arbeitsprozess wird durch eine täglich aktualisierte Website mit Bildern und eigenen Texten der Jugendlichen transparent gemacht.

Tagesberichte der Jugendlichen:

Christina P.,  12 Jahre
Montag: Unsere Kunstlaborwoche begann mit einem Besuch in der Sammlung Falckenberg, in der zur Zeit der spanische Künstler Santiago Sierra ausstellt. Nachdem wir durch eine Führung einen Einblick in die künstlerischen Arbeiten und inhaltlichen Themen des Künstlers bekommen hatten, fuhren wir ins Westwerk. Bevor wir mit der ersten Ideenentwicklung begannen, lernten wir uns innerhalb der Gruppe erst mal besser kennen. Die nächsten Tage werden wir nun selbstständig an unseren Projekten arbeiten.

Jo Jakob Hübner, 16 Jahre
Freitag: Der letzte Tag des Kunstlabors beginnt kalt und vor allem stürmisch. Aber Xaver kann dem Kunstlabor nichts anhaben. Trotz Warnungen und Schulausfall in ganz Hamburg erscheinen fast alle Laboranten pünktlich (alle bis auf mich) und unversehrt im Westwerk. Die letzten Aufgaben müssen erledigt und alle Arbeiten beendet werden. Während die einen schon ziellos durch die Hallen streifen auf der Suche nach nur einem kleinen bisschen Beschäftigung, sind die anderen noch fleißig am Werken, Malen und Kleben. Kunst in the making. Wer sich dann in der Mittagspause raus traut, stellt fest, dass Xaver nicht hält, was er versprochen hat. Man kann es auf die dicht bebaute Stadt schieben, aber einen handfesten Orkan erlebe ich zumindest mittags nicht. Irgendwann wird es eng, sollte man sein Stückchen Kunst noch nicht vollendet haben. Gnadenlos gehen die Dozenten durch die Räume und kündigen das Aufräumen an. Tische werden geschoben, gehoben und gestellt. Arbeitsmaterialien verschwinden zurück in ihre Heimatkisten und die fertigen Werke sammeln sich langsam im Ausstellungsraum. Die Eröffnung kann kommen…

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