© Deichtorhallen Hamburg

Plakate, Plakate, Plakate

Als wir von wenigen Wochen damit begannen, unser Plakatarchiv neu zu sortieren, waren wir doch einigermaßen überrascht, was dort alles zusammenkam: Immer höher stapelten sich die Papierberge, immer mehr Plakate kamen aus Kartons, Schubladen und Regalen hervor. Bei der Durchsicht der Plakate gab es immer wieder große Augen: Erinnerst du dich noch an diese Ausstellung? Das möchte ich bitte behalten! Was habt ihr euch DABEI nur gedacht?

Nach 25 Jahren und über 230 Ausstellungen ist eben einiges zusammengekommen. Darunter sind echte Highlights: wunderschön gestaltete Plakate, die auch zwanzig Jahre später an jeder Wand noch toll aussehen. Aber eben auch Layouts, mit denen die Zeit nicht besonders gnädig umgegangen ist und die heute eher für Stirnrunzeln sorgen. Grelle Farben, fragwürdige Typographie und eigenartige Fotos – wer unser Plakatarchiv durchblättert, unternimmt also auch eine anschauliche Reise durch die Geschichte der grafischen Gestaltung.

Unsere Praktikantin Tamara Göbel war bei der Archivierung besonders engagiert. Als Fotografin und passionierte Gestalterin, war das Archiv für sie eine echte Fundgrube. Kurz vor dem Ende ihres Praktikums haben wir sie daher gebeten, ihre persönlichen fünf Favoriten aus 25 Jahren Deichtorhallen auszusuchen.


Andy Warhol – Retrospektiv (1993)
Heute würden sich dieses Plakat vermutlich viele aufhängen, der Retrocharme hat auch mich überzeugt. Das weltweit bekannte Motiv des Künstlers besticht im Großformat, die Schweizer Typografie unterwirft sich gekonnt dem Werk und lässt es als Plakat toll wirken. Ich musste bei diesem Print einfach schmunzeln, so sympathisch, wie es daher kommt.

 

 

 

 

 

 

 

Sebastiao Salgado – Workers (1996)
Manchmal ist weniger eben mehr – und das gefällt mir auch so gut an dem Print. Die minimalistische Einfachheit ist toll und wird vermutlich auch zwischen all der Werbeflut herausgestochen sein. Statt für die Zeit üblich mit vielen Farben zu arbeiten, passt das Schwarz-Weiß-Konzept perfekt zu den Arbeiten des brasilianischen Fotografen. Die kleine Abbildung eines seiner Werke weckt die Neugierde und macht das Plakat in meinen Augen sehr elegant.

 

 

 

 

 

 

Roy Lichtenstein (1995)
Ich weiß gar nicht, was ich groß dazu sagen soll? Das Motiv ist super, funktioniert als Plakat wunderbar und die angefügte Typo-Leiste im unteren Bereich fügt sich dem Erscheinungsbild perfekt. Der schwarze untere Balken im Schweizer Stil für die damalige Zeit total im Trend, erscheint heute wie ein Klassiker – und zwar als Plakat ein sehr schöner.

 

 

 

 

 

 

 

Birth of The Cool – Amerikanische Malerei – Von Georgia O’Keefe bis Christopher Wool (1997)
Provozierend schön mit lauter Schrift, die das Motiv dominiert. Mir gefallen die Farbtöne, die dünne Linie der Zeichnung im Werk verbunden mit der Informationstype im unteren Bereich und im Kontrast dazu die große, markante Typografie über allem. Was soll ich mehr sagen: einfach nur cool.

 

 

 

 

 

 

William S. Burroughs – Retrospektive (2013)
Ich mag das Design, mit dem man die Deichtorhallen in den letzten Jahren auf den Straßen wiedererkennt: Ein Werk der Ausstellung im Hintergrund, davor abgesetzt die Typografie. Was mir aber bei genau diesem Plakat gefällt, sind die Farben. Das grünliche Gelb passt perfekt zur Schwarz-Weiß-Fotografie von Burroughs, der farbliche Kontrast ist genauso hart wie das Bildmotiv inhaltlich. Der Aufbau der Fotografie ist außerdem wie gemacht für das Layout: rechts oben bietet der Himmel der Typografie genug Platz, unten lässt die dunkelste Stelle – die Hose – das Logo herausleuchten.

 

 

 

 

Du möchtest ein spezielles Ausstellungsplakat der Deichtorhallen erstehen? Dann schreib uns eine Mail.

KOMMENTARE (2)
  1. Reiner Duske

    Hallo,

    haben Sie noch ein plakat von Roy Lichtenstein.

    Vielen Dank im voraus

  2. Deichtorhallen Hamburg

    Guten Tag Herr Duske,

    bitte wenden Sie sich bezüglich Ihrer Anfrage an unsere Buchhandlung in der Halle für aktuelle Kunst unter buchhandlung-hak@deichtorhallen.de.
    Ich bin mir aber sicher, dass noch Plakate der Lichtenstein-Ausstellung vorrätig sind.

    Beste Grüße,
    Matthias Schönebäumer

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