© Henning Rogge/Deichtorhallen Hamburg

Unser Ausstellungsprogramm 2018

Mit dem kommenden Ausstellungsprogramm behaupten sich die Deichtorhallen Hamburg auch 2018 als eines der abwechslungsreichsten und Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst und Fotografie: Ob mit der spektakulären Präsentation der Ausstellung PROOF, die Arbeiten von Robert Longo, Francisco Goya und Sergej Eisenstein vereint, der Street Photography-Ausstellung STREET. LIFE. PHOTOGRAPHY anlässlich der Triennale der Photographie oder der ASTRID KLEIN-Schau in der Sammlung Falckenberg. Wir stellen das Programm für alle drei Häuser genauer vor:


HALLE FÜR AKTUELLE KUNST

Mit Werken von Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) liefert die Ausstellung »PROOF« vom 17. Februar bis 27. Mai 2018 Einblicke in die besonderen Haltungen, aus denen heraus Künstler die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeiten reflektieren. Über Epochen und Kontinente hinweg, erfahren die drei Künstler die Turbulenzen eines Jahrhundertwechsels als auch die seismischen Auswirkungen von Revolution, Bürgerrechtsbewegungen und Krieg. In ihren schwarz-weißen Darstellungen sozialer Auswirkungen von Politik und Macht experimentieren alle drei Künstler auf ihre Art mit narrativen Bildformen, um Zeitgeschehnisse festzuhalten und ein leidenschaftliches Porträt der sie umgebenden Welt zu zeichnen.

Charlene von Heyl, Old Fish/New Fish, 2016 © Charlene von Heyl

Vom 22. Juni bis 23. September 2018 widmen die Deichtorhallen der deutschen Malerin CHARLINE VON HEYL eine umfassende Einzelausstellung in der Halle für aktuelle Kunst. Mit etwa 60 Leihgaben aus wichtigen Museen und privaten Sammlungen weltweit bietet die Schau »Snake Eyes« einen umfassenden Überblick über Charline von Heyls künstlerisches Schaffen von 2005 bis heute. Ihre faszinierenden Bilder entfalten sich in einem komplexen und unvorhersehbaren Wechselspiel von Bildebenen. Die Arbeiten von Heyls bestechen durch ihre Vielschichtigkeit, oft zeigt sich deutlich der Entstehungsprozess mit seinem Suchen, Finden, Verdecken und wieder Hervorholen. Ihre Kunst wirkt äußerst autark und raffiniert, von den frühesten bis zu den jüngsten Werken besitzen die Bilder eine sehr spezielle und zeitlose Eigenartigkeit.

Parallel findet zeigt die Ausstellung ASGER JORN – WITHOUT BOUNDARIES das Werk des dänischen Schriftstellers und Malers. Asger Jorn (1914–1973) erschafft mit seinen vor Farbe strotzenden Gemälden dynamische Bildwelten, die von humorvoller und spielerischer Leichtigkeit bis zu apokalyptischer Thematisierung menschlicher Abgründe sämtliche Formen und Gefühle des Lebens aufgreifen. Unermüdlich malend und schreibend, aber auch in Keramik gestaltend, verbindet Jorn in seinen Kunstwerken ein großes Interesse an skandinavischer Kultur mit einer außergewöhnlich kraftvollen Bildsprache zwischen Abstraktion und Figuration.

Es ist seit langem ein Wunsch der Deichtorhallen nicht nur private Sammlungen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, sondern auch die Bedeutung öffentlicher Kunstbestände stärker ins Bewusstsein zu rücken. Die Staatsgalerie Stuttgart besitzt eine herausragende Skulpturen-Sammlung mit – um nur einige Highlights zu nennen – Werken von Carl Andre, Bruce Nauman oder Richard Deacon, sowie Klassikern wie Alexander Archipenko, Constantin Brancusi und Julio Gonzales mit weiteren herausragenden Skulpturen aus anderen Jahrhunderten. Mit einer repräsentativen Auswahl dieser Bestände der Staatsgalerie in den Deichtorhallen unter der künstlerischen Regie von Florian Slotawa wird erstmals die Stuttgarter Sammlung in der nördlichen Kulturmetropole Hamburg unter dem Titel STUTTGART SICHTEN vom 18. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019 vorgestellt werden.

Weiterhin ist bis zum 14. Januar die Ausstellung ALICE NEEL – PAINTER OF MODERN LIFE zu sehen.


HAUS DER PHOTOGRAPHIE

Die Ausstellung GUTE AUSSICHTEN DELUXE – JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE NACH DER DÜSSELDORFER SCHULE resultiert aus der 13-jährigen Arbeit für das Nachwuchsförderungs-Projekt »gute aussichten – junge deutsche fotografie«, das seit 2004 für seine inzwischen 114 Preisträger weltweit über 130 Ausstellungen organisiert hat. »gute aussichten deluxe« präsentiert vom 26. Januar bis zum 24. Mai 2018 neue, herausragende Positionen aus dem Kreis der gute aussichten-Preisträger der Jahre 2004 bis 2015, deren künstlerisches Schaffen sich in dieser Zeit kontinuierlich weiter und beachtlich entwickelt hat.

Seit der Geburtsstunde des Projektes im Jahr 2004 begleitet das Haus der Photographie der Deichtorhallen das Ausstellungsprojekt GUTE AUSSICHTEN − JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE. Mittlerweile hat es sich zu Deutschlands bedeutendstem Wettbewerb für Absolventen im Bereich Fotografie entwickelt. Vom 14. Februar bis 21. Mai 2018 widmet sich die neueste Ausgabe von »gute aussichten« der Förderung junger Fotografen.

Maciej Dakowicz, Cardiff after dark, 2012 © Maciej Dakowicz

Der »urban space« – die unmittelbar erfahrbare städtische Lebenswelt – ist eines der wohl schillerndsten Sujets innerhalb fotografischer Bildwelten. Die Ausstellung STREET. LIFE. PHOTOGRAPHY im Haus der Photographie, umfasst 52 fotografische Positionen mit rund 350 Arbeiten, die zur Triennale der Photographie vom 8. Juni bis 7. Oktober 2018 in Hamburg gezeigt werden. Im direkten und lebendigen Dialog treffen dabei zeitgenössische Fotografen auf Ikonen der Fotografiegeschichte. Klassiker der Street Photography wie Diane Arbus, Robert Frank, Lee Friedlander, William Klein und Martin Parr treffen in der Ausstellung auf junge internationale Positionen wie Maciej Dakowicz, Mohamed Bourouissa, Ahn Jun, Doug Rickard und Harri Pälviranta. Die Ausstellung ist in sieben thematische Gruppen gegliedert: Street Life, Crashes, Public Transfer, Urban Space, Lines and Signs, Anonymity und Alienation.

Mit der TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE wird Hamburg 2018 zum siebten Mal das Zentrum für Fotografie in Deutschland. Das Thema der kommenden Triennale lautet »Breaking Point. Searching for a Change«. Kristof Candrowicz, künstlerischer Leiter der Triennale der Photographie, nimmt sich damit der Problematik einer sich permanent wandelnden Gesellschaft an. Im Rahmen der Triennale der Photographie zeigen verschiedene Museen Hamburgs individuelle Ausstellungen, die alle auf der Suche nach »Breaking Points« die Fotografie als künstlerisches Medium feiern.

Weiterhin sind noch bis zum 7. Januar die Ausstellungen ALEC SOTH – GATHERED LEAVES und PETER BIALOBREZSKI – DIE ZWEITE HEIMAT zu sehen.


SAMMLUNG FALCKENBERG

Astrid Klein: Les illusions et les deceptions , 1980 © Astrid Klein

ASTRID KLEIN (geb. 1951 in Köln) zählt zu den profiliertesten Künstlerinnen ihrer Generation, wurde vielfach ausgezeichnet, nahm 1986 an der Biennale in Venedig teil und war 23 Jahre Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Klein arbeitet in vielfältigen Medien wie Zeichnung, Fotografie, Text, Malerei, Installation und Skulptur. Sie gilt als Pionierin der experimentellen Fotografie und der Fotocollage. Die Ausstellung in der Sammlung Falckenberg vom 24. März bis 2. September 2018 versammelt Arbeiten aus allen Werkphasen der Künstlerin, von den Collagen der 1970er und 80er Jahre über installative Arbeiten der 90er Jahre bis in die gegenwärtige Produktion und wird drei Etagen des Sammlungsgebäudes bespielen, darunter auch zehn Arbeiten aus dem Bestand der Sammlung Falckenberg.

Der in Berlin lebende Künstler RALF ZIERVOGEL (geboren 1975) arbeitet in den unterschiedlichsten Gattungen: Malerei, Skulptur, Video und Installation. Bekannt geworden ist er jedoch vor allem als Zeichner. In eben diesem Medium hat Ziervogel riesige Formate mit aufsehenerregenden Motiven geschaffen – feingliedrige, komplexe Tintezeichnungen, die vorwiegend menschliche Körper zeigen und in monochromen, ornamentalen Geflechten akribisch über mehrere Papierbahnen hinweg wachsen. Die in klassischer Technik erstellten Zeichnungen haben splatter- bis comichafte Inhalte: vorzugsweise männliche menschliche Körper befinden sich in extremen physischen Situationen, aus denen sie sich nicht lösen können. Sie sind gefesselt, ineinander verschränkt und verknotet. Die Ausstellung in der Sammlung Falckenberg/Deichtorhallen Hamburg zeigt vom 30. September 2018 bis zum 27. Januar 2019 großformatige Arbeiten bis hin zu kleineren Zeichnungen. Darüber hinaus sind Videoarbeiten und von Ralf Ziervogel eigens für die Ausstellung konzipierte Installationen zu sehen.

Weiterhin ist noch bis zum 28. Januar die Ausstellung PETER SAUL zu sehen.

Alle Termine und Angaben können sich ändern und werden fortlaufend aktualisiert. Weitere Informatioonen zum Ausstellungsprogramm finden Sie auf www.deichtorhallen.de.

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