ERRÓ / FAHLSTRÖM / KÖPCKE / LEBEL

10. MAI 2003 − 15. FEBRUAR 2004


Erró, Öyvind Fahlström, Arthur Köpcke und Jean-Jacques Lebel gehören zu den Künstlern, die sich Anfang der 1960er Jahre mit neuen ästhetischen Konzepten und Aktionen gegen den verstaubten Kunstbetrieb richten, auf die Straße gehen, Manifeste schreiben und dem Diktum der Abstraktion den Kampf ansagen.

Der 1932 in Olafsvik auf Island geborene Künstler Erró (Gudmundur Gudmundsson) ist bekannt geworden mit Bildern, die sich in der Welt der Kunst bewegen, als wäre sie ein unermessliches Meer, getränkt von den Farben der Comicstrips. Verschlungen wirkende Figurengewühle, die nicht mehr an Orte und Geschichte gebunden sind, erscheinen auf neueren Bildern im Breitformat wie Überlenbenskämpfe im Cyberspace.
Öyvind Fahlströms (1928 - 1976) Credo ist Zeit seines Lebens, das Politische mit der Poesie zu verbinden. Durch kreatives Spiel will er Anstöße zu politisch dialektischem Denken geben. Seine variablen Werke mit verschiebbaren Figuren bilden ein Szenarium politischer Weltsicht vor dem Hintergrund der amerikanischen Aggression in Vietnam und Lateinamerika sowie der nuklearen und ökologischen Bedrohungen.

Bei den Auftritten von Fluxus Anfang der 1960er Jahre trifft der in Hamburg geborene Arthur Köpcke (1928-1977) auf herausragende Künstler wi Filliou, Paik, Maciunas und Beuys. Köpckes Galerie in Kopenhagen wird zum Fluxus-Treff des Nordens. Der Künstler kreiert collagierte Bilder und Reliefs, die Rätsel aufgeben und Entschlüsselungsarbeit erfordern.

Jean-Jacques Lebel, 1936 in Paris geboren, setzt bei seinen Schriften, Happenings und bildnerischen Arbeiten auf anarchische Spontaneität, intellektuellen Protest, politische Aktion, Tabubruch. Er wandelt auf den Spuren des Marquis de Sade und betreibt die Auflösung der Grenzen zwischen »high and low«.

Die Ausstellung wurde auch in Leverkusen, Leipzig und Graz gezeigt. Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit Texten von Harald Falckenberg, Roberto Ohrt, Waltraud Brodersen und Jean-Jaques Lebel.