IDYLLE − TRAUM UND TRUGSCHLUSS

7. OKTOBER 2006 − 22. APRIL 2007


Die Ausstellung setzt sich mit der traditionellen Vorstellung der Idylle auseinander - einschließlich der ihr inhärenten antiidyllischen Aspekte.

Das Idyllische in der zeitgenössischen Kunst ist nicht mehr auf die Darstellung ländlicher Einfachheit »unschuldvoller Zustände beschränkt, sondern erscheint in einer Vielfalt von individuellen Variationen. In der heutigen Gesellschaft findet sich die Idylle vermehrt im privaten Bereich, in Verbindung mit persönlichen Erinnerungen und Vorstellungen, und ist zunehmend ein imaginärer Rückzugsort. Der Blick auf die Idylle ist ambivalent: Ihr Sehnsuchtsgehalt wird von den Künstlern weder verneint noch vorbehaltlos bejaht, ihr Thema ist nicht nur die Natur als Gegenpol zur zivilisierten Gesellschaft, sondern ebenso die räumliche und soziale Peripherie des urbanen Raums.

Ist die so verstandene Idylle lediglich ein Trugbild, eine Flucht ins Fantastische - oder besitzt sie, wie zu Zeiten der Aufklärung, noch rebellisches und gesellschaftskritisches Potenzial? Oder ist sie − von Werbung und Medien adaptiert − nur mehr klischeehafte Bestätigung eines modernen Lebensgefühls?

Die von Martje Schulz und Oliver Zybok kuratierte Ausstellung wurde im Anschluss im DA2, Domus Artium 2002 in Salamanca und in der Galerie der Stadt Remscheid gezeigt.

Künstler:
Franz Ackermann, Pablo Alonso, Francis Alÿs, Abel Auer, Alexander Braun, Herbert Brandl, Olaf Breuning, David Claerbout, Björn Dahlem, Mark Dion, Rowena Dring, Sven Drühl, Jürgen von Dückerhoff , Angus Fairhurst, Valérie Favre, Lothar Götz, Thomas Grünfeld, Beate Gütschow, Mauricio Guillen, Robert Hartmann, Tom Hunter, Dani Jacob, Christian Jankowski, Neil Jenney, Dorota Jurczak, Kerstin Kartscher, Mike Kelley, Douglas Kolk, Stefan Kürten, Peter Land, Won Ju Lim, Paul McCarthy, Jonathan Monk, Sarah Morris, Paul Morrison, Olaf Nicolai, Jorge Pardo, Bettina Pousttchi, Daniel Roth, Glen Rubsamen, Michael Samuels, Pietro Sanguineti, Yehudit Sasportas, Stefan Sehler, Qui Shi-hua, Dirk Skreber, Peter Sutter, Ena Swansea, Diana Thater, Inga Svala Thorsdottir, Wolfgang Tillmans, Gert und Uwe Tobias, Francesco Vezzoli, Pae White, Carl Emmanuel Wolff, Ulrike Zilly

Zu der Ausstellung erschien ein zweisprachiger Katalog (dt./engl) mit Texten von Peter Gerlach, Martje Schulz und Oliver Zybok.