SAMMLUNG ULRICH REININGHAUS

KUNST AUS DER KÖLNER PRIVATSAMMLUNG
17. JULI − 3. OKTOBER 2010


Der aus Lüdenscheid stammende, in Köln ansässige Ulrich Reininghaus ist Unternehmer. Er hat mehrere Betriebe aufgebaut, die sich mit der Oberflächenbehandlung industrieller Produkte befassen. Aber es geht hier um Kunst. Reininghaus ist ein Privatsammler alten Schlages. Einer, der das Sammeln ohne Aufhebens um seine Person von der Pike auf gelernt und als Ausdruck ganz persönlicher Leidenschaft betrieben hat. Es ging anfangs – in den 80er Jahren – um Künstlerbücher klassischen Zuschnitts von Pablo Picasso, Henri Matisse bis Jean Fautrier und um Netsuke, kleine geschnitzte Figuren aus Japan zur Befestigung von Lackholzdosen an den taschenlosen Kimonos. Später kamen Papier- und Editionsarbeiten von Blinky Palermo, Sigmar Polke und Paul Thek hinzu. Reininghaus besitzt heute eine komplette Sammlung der Editionen von Palermo. Seine umfangreichen Bestände der Editionsarbeiten von Polke hat er letztes Jahr dem Museum Ludwig übertragen.

Seit dem Verkauf des Unternehmens im Jahr 1995 hat Reininghaus seine Sammlung mit sachkundiger Unterstützung seiner Ehefrau Anna, der Mutter des Kölner Galeristen Daniel Buchholz, konsequent − jetzt vorwiegend mit Unikaten − ausgebaut. Es geht um Arbeiten und Werkgruppen von Künstlern, die wie Morgan Fisher, Sylvie Fleury, Isa Genzken, Carsten Höller, Jürgen Klauke, Sigmar Polke, Carol Rama, Gerhard Richter, Reiner Ruthenbeck und Rosemarie Trockel längst zum Establishment der Gegenwartskunst zählen, und um jüngere, zum großen Teil bereits anerkannte Positionen wie Tomma Abts, Kai Althoff, Cosima von Bonin, Enrico David, Thomas Eggerer, Jutta Koether, Paulina Olowska, Florian Pumhösl, Wolfgang Tillmans, Danh Vo und Katharina Wulff.

Es ist auf diese Weise eine hervorragende Sammlung hoher Qualität entstanden, die – wie wenig andere Kollektionen − das Alte mit dem Neuen verbindet. Sie ist damit Beleg für die These, dass neue Kunst nicht isoliert gesehen werden darf, sondern immer aus alter Kunst entsteht. Es ist eine »Kölner Sammlung« geworden. Die Mehrzahl der in der Sammlung vertretenen Künstler leben und arbeiten in der Domstadt. Die Kollektion reflektiert die Weltoffenheit dieser Kunstmetropole und den kritischen, niemals angepassten Geist ihrer Bürger. Ulrich Reininghaus steht für diese Eigenschaften. Ich bin glücklich, einen fast vollständigen Überblick über seine Sammlung zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentieren zu können.